Soester Anzeiger 30. März 2002

Keine guten Nachrichten gibt es aus dem Wohnpark. o Foto: Luftbildkontor Fischer

Zwangsversteigerung in letzter Minute verhindert


Von Gerald Bus

WERL Der seidene Faden, n dem das Damoklesschwert er Zwangsversteigerung baumelte, ist durchaus mit cm Geduldsfaden von Hermann von der Heide gleichzusetzen, Dass der nicht riss, in das Ergebnis eines langen Krisengespräches über den Wohnpark, zu dem der Handlungsbevollmächtigte es Deutschen Rings. Hermann von der Heide, am Wohnpark Beteiligte eingeladen hatte. Das Ergebnis eines emotionsgeladenen Gesprächs": Die Zwangsversteigerung des Wohnparks mit den vielen noch nicht verkauften Wohnungen ist (vorerst) in letzter Minute abgewendet worden - dabei hatte von der Heide im Vorfeld die Chance auf 50:50 betitelt, dass man sich das Gerangel nicht mehr lange anschauen werde. Jetzt werde man es "nochmal versuchen". Dabei gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Zwangsversteigerung bleibt für uns ein Mittel", sagt von der Heide. Wenn weiter "Schüsse von außen" abgegeben würden, werde man den Weg doch einschlagen. Irgendwann sei schließlich die Schmerzgrenze des Deutschen Rings als Hauptgläubiger der Reuter-Immobilien erreicht.
Der Handlungsbevollmächtigte weiß aber auch: Erst die Hälfte der erhofften Verkaufseinnahmen von rund 25 Millionen Euro sind im Sack. Bei einer Zwangsversteigerung gehen etliche erhoffte Verkaufserlöse den Bach runter zudem gebe es dann einen langen Stillstand durch das Verfahren, Und: Der Deutsche Ring müsste wegen der niedrigen Preise dann wohl selbst die noch 250 Wohnungen ersteigern.


Dabei gibt es "Sorgenkinder' im Wohnpark, die von der Heide auf die Palme brachten. In vier Blocks leben Mieter und Eigentümer neben zum Teil leerstehenden Wohnungen. Hier gibt es massive Probleme bei den Abrechnungen der Nebenkosten, in zwei Fällen sind und waren Anwälte am Zug. Kurz vorm Rechtsstreit befanden sich Anwohner der Ahornallee mit der vom Deutschen Ring eingesetzten Hausverwaltung.
Nicht weiter geleitete Gelder, die die Stadt Werl für Sozialhilfe beziehende Mieter bereits für Nebenkosten entrichtet hatte, riefen die Anwä1te auf den Plan. Die Stadtwerke drohten mit der Einstellung der Lieferung von Wasser und Strom. Jetzt springt der Deutsche Ring für die aufgelaufenen Kosten - über 10 000 Euro - ein. In einem weiteren Block am Birkenweg schwelen die Probleme weiter, ist ein Rechtsstreit noch nicht vom Tisch. Der Deutsche Ring will die Abrechnungen mit der Hansverwaltung jetzt transparenter machen und die "Zügel straffer anziehen", sagt von der Heide Und noch ein weiteres "Geschenk" hatte er im Gepäck: Den Spielplatz an der Ahornallee werde der Deutsche Ring zeitnah wieder aufbauen und bezahlen. Auch das zieht Kosten von über 10 000 Euro nach sich.
Bleiben vier Blocks. in denen Wohnen inzwischen umöglich ist. Die Sanierungskosten belaufen sich laut von der Heide auf über 200 000 Euro. Durchaus denkbar sei ein Abriss an dieser Stelle. Angebote gebe es von Interessenten, allerdings stimme der Kaufpreis nicht. Umsonst gehen auch diese Blocks nicht raus.